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Die erste Woche

Phelan: Ihr glaubt es gar nicht, was ich alles erlebt habe! Es war richtig spannend! Ich durfte mit zur Arbeit meines Chefs, dort hat es ganz viele kleine Menschen, die sind sehr anständig zu mir. Die interessieren mich aber nicht so sehr. Was mich viel mehr anzieht, sind die Schuhe. Ich liebe Schuhe! Die sind so toll zum dran knabbern. Und die kleinen Menschen lassen ihre Schuhe immer einfach irgendwo rumliegen... ein Paradies! Und wenn es doch mal keine rumliegen hat, dann hänge ich mich einfach an die herumspazierenden Füsse...

Ich war auch mit im Wald, zusammen mit den kleinen Menschen. Es war wirklich kalt und ich war ziemlich müde von den vielen Eindrücken. Chef hat mich dann in eine warme Decke eingewickelt und so konnte ich friedlich schlummern und vor mich hin träumen.

Zusammen mit Ayra durfte ich am Dienstag in den Hundekurs. So wie ich das verstanden habe, hat es dort sonst mehr Hunde, aber die sind nicht gekommen. Da hatten wir dann eine Einzellektion. Mich hat das aber nicht so interessiert, ich fand es viel spannender, diesen vielen unterschiedlichen Gerüchen nachzuschnüffeln. Oh Mann, gab es da viel zu entdecken! Danach war ich sowas von erledigt.

Am Mittwoch fuhren wir ganz lange Auto. Ayra hat mir erklärt, dass das doch eigentlich ganz toll ist. Da kann hund zum Fenster raus schauen und die vorbei flitzende Welt beobachten. Chef sagt dann immer, Ayra macht Sightseeing. Ich seh leider noch nicht zum Fenster raus, aber ich stelle mir das toll vor. Ich mag es jedoch zu schlafen, wenn das Auto brummt. Ich habe auch gar keine Angst mehr. Ich weiss gar nicht, wieso ich überhaupt Angst hatte.

Heute waren Ayra und ich mit Chef am Bach. Wow, das war toll. Ich habe mich so gefreut, das ich wie wild hin und her rasen musste und mir dabei den Kopf an einer Wurzel gestossen habe. Edi ist auch mitgekommen, aber der hat sich nicht so ans Wasser getraut. Ich weiss jetzt nicht, ob das was mit dem Wasser selber zu tun hat oder weil Ayra ihm hinterher gerannt ist. Ich wollte auch mit, aber meine Beine sind noch viel zu kurz, das war vielleicht ein Frust!

Ayra: Dieser kleine Kerl. So langsam mag ich ihn wirklich gerne. Aber er kann auch ganz schön nerven, er hat so spitze Zähne, da macht er mich richtig wütend. Ich gebe mir echt Mühe, ein gutes Vorbild zu sein. Zum Beispiel beim Fressen, der Kleine hat da immer noch eine gefühlte Ewigkeit, wandert umher und einmal musste er sogar raus zum Pipi machen. Während dem Fressen! Ich verstehe das nicht. Das könnte doch weg sein, wenn er wieder kommt. Edi könnte es Fressen... Ich? Nein, ich doch nicht. Ich hab' ja gesagt, ich gebe mir richtig Mühe und schaue ihm brav bei seiner Mahlzeit zu. Also, ehrlich gesagt, Chef schaut, dass ich nicht hingehe... Aber ich würde es schaffen, mich zurückzuhalten, wirklich... vielleicht nur ein bisschen drin schlabbern, nur ein bisschen probieren...Ich bekomme sicher auch viel weniger, das kann ja nicht sein, dass der so viel länger hat als ich!

Kuscheln mag ich gerne zwischendurch mit ihm, das ist noch schön. Aber nur dann, wenns mir passt. Ich mag es nicht immer, wenn der Kleine so nah ist. Ich habe auch nicht mehr so einen Stress mit den Spielsachen und Knochen. Irgendwann lässt er es sowieso liegen. Es hat ja genug, ich dachte zuerst, das würde nie für uns beide reichen.

Der Kleine schläft ja in einer Box, für mich ist die Tabu, er darf ja auch nicht auf meinen Schlafplatz. Aber meine Box im Büro, die kann man so richtig gut zum Verstecken und Spielen brauchen. Das Blöde ist nur, dass der Kleine mir immer meine Decke daraus klaut und schon den ganzen Reissverschluss kaputt gemacht hat... Ach nein, das war ja ich mit dem kaputt machen... aber klauen tut er sie trotzdem.

Wir checken die Lage

Edi: Jaja, diese Hunde... Ich wollte heute mit an den Bach. Ayra hat mich immer davongejagt, ich weiss auch nicht, was die hat. Ich will ja nur mit trotten. Und an den Bach durfte ich bis jetzt immer mit. Wenn das noch lange so weitergeht, lasse ich sie meine Krallen spüren! Der Kleine ist meistens noch ganz brav und beschnuppert mich nur. Ansonsten lässt er mich in Ruhe. Wenigstens das.